3.08-3.24 Lazarett im Gemeindehaus (van der Berg)
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3.08-3.24 Lazarett im Gemeindehaus (van der Berg)
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Der Oflizier befragte mich, ob in der Gegend noch deutsche Soldaten anwesend wären, worauf ich antwortete, daß die Kampfsoldaten schon über 24 Stunden aus der Stadt herausgezogen waren und es nur noch verwundete deutsche Soldaten im Lazarett gäbe. Dabei deutete ich ihnen an, daß im Gemeindehaus am Waisenhausplatz ein Hilfslazarett eingerichtet war. (Dies befand sich im Gebäude der jetzigen Halleschen Straße, wo oben drauf ein Kreuz steht). Darin befanden sich etwa vierzig Schwer- und Leichtverwundete, ohne Waffen.
Über Funk meldete der Ami seinen Befund und die Infonnationen, welche ich ihnen gegeben hatte, auch von der Hitlerjugend im Schloß. Der Kampfoffizier fragte dann über Funk zurück, ob ich ortskundig war und wie lange ich schon in Deutschland sei. Inzwischen zogen die Amis weiter in Richtung Hallesche Straße und sahen die Rot-Kreuz-Fahne, das Zeichen vom Lazarett. Mit dem amerikanischen Offizier bin ich dann in das Lazarettinnere gegangen und habe den dienstältesten Unteroffizier gefragt, ob seine Verwundeten noch im Besitz ihrer Waffen sind. Der Feldwebel verneinte meine Frage und ich über setzte es dem mich begleitenden Amerikaner.
Darauf sind wir durch den Saal, wo die Verwundeten lagen, gegangen und manch Verwundeter hatte sein amputiertes Bein oder Arm auf der Bettdecke liegen und die Hände über dem Kopf liegen. Go on sagte der Ami und wir sind wieder hinaus gegangen, nachdem ich zur Ruhe aufgerufen hatte und im Namen der Amerikaner die Versorgung durch die Amerikaner zugesagt hatte. Es gab da keinen deutschen Arzt oder Pflegemannschaft mehr, alle waren mit abgezogen.
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Datum
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16. April 1945 um 16:00