117.11-117.19 Hitlerjungen an der Annenbrücke (Hans-Wolf Pietscher)
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Titel
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117.11-117.19 Hitlerjungen an der Annenbrücke (Hans-Wolf Pietscher)
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[...] Meine Mutter war zu Hause natürlich in höchstem Maße beunruhigt darüber, wie es mir geht und wo ich stecke. So brachte sie in Erfahrung, daß ich jetzt am Uferhang zur Saale an der Annenbrücke "in Stellung" sei. Da fuhr sie mit ihrem Fahrrad zu mir hin, mich zu sehen und mit mir zu sprechen. Ich buddelte dabei weiter an meinem Erdloch. Und als es groß genug war, kroch ich hinein. Auf ihre Frage, was das alles zu bedeuten habe, sagte ich, wir hätten uns eingegraben, weil jetzt nämlich die Brücken gesprengt werden sollen. – Sie möge deshalb lieber bald nachhause fahren. – Später erzählte sie mir, sie sei gerade wieder zwischen den ersten Häusern und auf dem Fahrrad gewesen, da habe es eine gewaltige Detonation gegeben, und sie sei durch den Luftdruck vom Fahrrad gestürzt. – Es muß nicht leicht gewesen sein, so einen sechzehnjährigen Sohn zu haben!
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Datum
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12. April 1945 um 20:30
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