50.30-51.16 Die Verhaftung von Carl Dreyer (Eilsberger, Braune)
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50.30-51.16 Die Verhaftung von Carl Dreyer (Eilsberger, Braune)
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Am nächsten Morgen, dem 17.4., erschien ein Panzerspähwagen, besetzt mit einem Leutnant und drei Mann, weiche in meinem Büro den "Bourgemaster Brown" zu sprechen verlangten. Ich empfing diese Abordnung und erklärte, daß ich den Bürgermeisterposten nicht übernehmen könne. Während der Leutnant das Büro verließ, um sich von seinem Wagen aus drahtlos telefonisch mit seinem Vorgesetzten in Verbindung zu setzen, der sich auf dem Flugplatz befand, blieben die drei amerikanischen Soldaten zurück. Es dauerte keine 10 Minuten, als auch der Captain mit seinem Wagen bei mir eintraf. <S. 51>
Nochmals das dringende Ersuchen, das mir angebotene Amt anzunehmen, meine wiederholte Weigerung unter Darlegung meiner Gründe. Unter anderem wies ich darauf hin, daß ich größte Schwierigkeiten hätte, die Waffenablieferungen in die Wege zu leiten, da sich der Ortsgruppenleiter dem widersetze. Außerdem hatte sich Herr Dreyer und seine Genossen das Zurückziehen der amerikanischen Kampfwagen zunutze gemacht und das Gerücht verbreitet, die Deutschen hätten Magdeburg und Hannover wieder zurückerobert, und unsere Truppen befänden sich bereits in Könnern. Diese Nachricht bewirkte dann auch, daß auf einmal sämtliche weiße Fahnen wieder verschwanden.
Der Captain hatte dies auch selbst schon bemerkt; er forderte sofort weitere Panzer vom Flugplatz an und fuhr dann-direkt zur Wohnung des Dreyer, um ihn zu verhaften. Es war dann übrigens ganz interessant. zu sehen, wie die enorme Unbeliebtheit des Herrn Dreyer in einem ziemlich hemmungslosen Jubel der Waldauer zutage kam, als er abgeführt wurde.
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Datum
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17. April 1945 um 08:00
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comment
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