Luftangriff 11. April 1945 und Brückenspreng in der Chronik von St. Bonifatius
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Luftangriff 11. April 1945 und Brückenspreng in der Chronik von St. Bonifatius
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Bis zum Weißen Sonntag 1945 war kein einziger Gottesdienst durch Fliegeralarm gestört worden, und noch konnte die Erst-Kommunionfeier am 8.4. ruhig ihren Verlauf nehmen, aber schon am Abend dieses Tages standen die "Christbäume" über der Stadt und am 11.4. erfolgte zwischen 10 und 11 Uhr vormittags ein dreifacher Bombenangriff auf den Bahnhof, durch den die Bahnhofsstraße und die Hegebreite verwüstet und ca. 200 Menschen getötet wurden. Vikar Schürmann, der in der gleichen Stunde auf Friedhof II beerdigen wollte entging nur wie durch ein Wunder mit seinen Ministranten, die in ihrer Angst an der Friedhofsmauer niedergeworfen, laut betend dem Tode. Von den Gemeindemitgliedern verlor Herr Düser sein Haus, während die Häuser von Bunte und Stamm stark beschädigt wurden. Frau Maria Bunte und einige unbekannte Evakuierte waren die einzigen katholischen Todesopfer. Am 12.4. um 21 Uhr sprengte nationalsozialistischer Wahnsinn alle drei Brücken der Stadt. Die unsachgemäß angelegte und nicht angekündigte Sprengung richtete großen Schaden an, zertrümmerte im Pfarrhaus und in der Schule ca. 40 Fensterscheiben und beschädigte auch die Kirchenfenster.
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Quelle
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Handschriftliche Chronik der katholischen Pfarrei "St. Bonifatius" Bernburg
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Datum
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April 1945